Regulationsstörungen

Beispiel Sympathikus überaktiv (Stress/Dauerstress)

Diagnose Bluthochdruck (Hypertonie):
Das vegetative Nervensystem steuert u.a. die Kreislauffunktionen speziell den Gefäßtonus: Gefäßengstellung = erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
Gefäßweitstellung = erniedrigter Blutdruck (Hypotonie)

Körperlicher und/oder geistiger Dauerstress interpretiert unser Körper als Überlebenskampf (Kampf- und Fluchtsituation) was automatisch mit einem erhöhten Blutdruck einhergeht! Das ist kein Fehler oder eine unsinnige Reaktion unseres Körper die „bekämpft“ werden muss, sondern eine aus biologischer Sicht sinnvolle Reaktion um unser Überleben zu ermöglichen.

Leider sind unsere heutigen Lebensumstände unbiologisch und entfernen sich immer weiter von natürlichen Rhythmen, so dass die „alten sinnvollen Überlebensprogramme“ nicht an unsere aktuellen Probleme und Herausforderungen angepasst sind. Die letzten 200-400 Jahre sind im Verhältnis der Evolution mit einigen Millionen von Jahren ein sehr unbedeutender Zeitraum.

Wenn Dauerstress besteht, kann der blutdrucksendende und gefäßerweiternde Parasympathikus nicht ausreichend aktiv werden - was auf Dauer zu weiteren Störungen führen muss!

3 Balkendarstellung eingeschränkte Regulation

Herzfrequenz Sympathikus (Anspannung) Parasympathikus (Entspannung)

Die Messung wurde in Ruhe im sitzen durchgeführt. Normalerweise müsste in Ruhe unter Entspannnung der Parasympathikus höher sein als der Sympathikus!

Diagnose Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit):
Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden ebenfalls durch das vegetative Nervensystem gesteuert, entsprechend der jeweils aktuellen Situation. Durch körperlichen und/oder geistigen Dauerstress = „Überlebenskampf“ wird ständig „Glukose“ aus den Energiespeichern und der Leber im Blut bereitgestellt, damit ausreichend Energie (Energiebildung in den Mitochondrien - den Kraftwerken in den Zellen) für die Kampf und Flucht situation bereitgestellt wird und die Herausforderung erfolgreich zu meistern.

Während in der Natur eine solche Kampf- und Fluchtsituation nach wenigen Minuten oder Stunden vorbei ist, weil entweder der Kampf oder die Flucht gelungen ist oder der Kampf verloren wurde, schaffen wir es in unserem Lebensumfeld diese akute Situation über Tage und Wochen aufrecht zu halten.

mögliche Auswirkung 1: durch die Tage und Wochenlange Phase des Dauertress (Sympathikotonie) ist ständig der Glukosespiegel im Blut erhöht (Hyperglykämie) bzw. muss erhöht sein um den „Kampf“ zu gewinnen. Eine Laboruntersuchung wird hier zum Ergebnis führen, dass der Blutzuckerspiegel deutlich erhöht ist - na was für ein Wunder! Ein 3 Tage später durchgeführter Glukosetoleranztest wird dann sehr wahrscheinlich zum Ergebnis kommen „Sie haben Diabetes“! Zumal Sie seit 3 Tagen noch mehr Stress und Angst haben weil Sie Diabetes haben könnten und sich dann spritzen müssen etc...

möglich Auswirkung 2: durch den ständige Nachlieferung von Glukose aus den Speichern ins Blut, muss die Bauspeicheldrüse permanent (Tag und Nacht) Insulin produzieren, damit die Glukose in die Zellen geschleust werden kann. Ohne Insulin gelangt keine Glukose in die Zellen und ohne Glukose in den Zellen = keine Energieproduktion! Wenn die Bauspeicheldrüse keine ausreichenden Zeiten für Erholung, Regeneration und eigenen Substanzaufbau bekommt, muss sie irgendwann ihre Funktion reduzieren und später einstellen. Eine geringere oder keine Produktion von Insulin wird dann ebenfalls die Diagnose Diabetes mellitus (absoluter Insulinmangel) zur Folge haben.

Unter Berücksichtigung und Kenntnis der Grundregulation des vegetativen Nervensystems würde durch die VNS-Analyse eine ganz andere Diagnose gestellt werden und auch noch viel früher, bevor es zu möglichen Schäden an Organen und Zellen kommt!

Regulationsstörungen sind frühzeitig messbar mittels HRV Messung